Mobbing und Schule

 

Wenn Schule für Kinder und Jugendliche zum Ort der Bedrohung wird, wenn der Unterricht und dessen Inhalte für die Schüler zur Nebensache  verkümmern, wenn Angst ihr Denken regiert und Ratlosigkeit und Verzweiflung zum emotionalen Alltag werden, hat dies oft einen drastischen Grund: Mobbing.

 

Natürlich muss unterschieden werden zwischen diesem Begriff und den vielen alltäglichen, kleinen Streitereien und Hänseleien, die unter Kindern und Jugendlichen entwicklungsbedingt normal sind. Sie dienen oftmals der Positionierung innerhalb der Klasse und sind in der Regel harmlos, wenn den Kindern Fairness und Zivilcourage als alltägliche Verhaltensweisen bewusst sind.

Allerdings kommt es auch immer häufiger vor, dass einzelne Schülerinnen und Schüler in die Rolle von Außenseitern geraten, dass ganze Gruppen auf sie „Jagd machen“ und sie somit hoffnungslos unterlegen sind und keine Chance haben, sich ihr „Standing“ zu erkämpfen.

Besonders die aktuellen und bei den Schülern so beliebten Kommunikationsplattformen, wie etwa Whatsapp, Instagram oder Ask,  ermöglichen es den Tätern noch einfacher, ihre Opfer zu schikanieren. Für die Opfer kommt erschwerend hinzu, dass sie sich auch in ihrer Freizeit nicht den Bullys entziehen können, denn das Internet schläft nie und so sehen sie sich tatsächlich allzeitlich ihren Peinigern ausgesetzt.

An unserer Schule wird dem Thema „Mobbing“ mit all seinen Facetten große Sensibilität entgegengebracht. Das Kollegium ist sich der oftmals verborgenen Mechanismen bewusst und achtet aufmerksam und sorgsam auf entsprechende Anzeichen. Die  Vermeidung Mobbing, das Fördern von Zivilcourage und die Stärkung des Zusammenhalts sind allgegenwärtige Themen in den Klassenleiterstunden und gewichtige Erziehungsinhalte an unserer Schule.

Frau Oppmann, Frau Schnegelberg und Herr Holzner bilden seit einigen Jahren ein Team zur Prävention von Mobbing, das von den Kollegen bei Bedarf alarmiert wird und entsprechend einschreitet. Dabei ist es sehr wichtig, dass der „Einsatz“ schnellstmöglich geschieht, denn zum einen muss den Opfern gezeigt werden, dass sie nicht alleine sind und ihnen tatsächliche Hilfe entgegengebracht wird, zum anderen wird den Tätern schnell klar, dass ihr asoziales Verhalten an unserer Schule nicht geduldet wird und ernsthafte Konsequenzen nach sich zieht.

Vielen Schülerinnen und Schülern konnte auf diese Weise schon geholfen werden. Sie sind der Opferrolle durch unsere Hilfe entwachsen und haben ihren voll akzeptierten Platz in der Klassen- und Schulgemeinschaft gefunden. Vielen Tätern wurde das Handwerk gelegt, von denen die meisten auch dazugelernt und die Fehlerhaftigkeit ihres Verhaltens erkannt und abgelegt haben. Gerade diese Einsicht in die Auswirkungen des eigenen Verhaltens auf die Lebenswelt anderer Mitschüler ist für die weitere Entwicklung dieser Schüler von zentraler Bedeutung. Aufgrund eines andauernden, gehässigen Fehlverhaltens mussten aber unverbesserliche Übeltäter auch schon die Schule verlassen.

Unser Kollegium und die Schulleitung arbeiten stetig und mit vereinten Kräften daran, die Gunetzrhainer-Schule als einen sicheren Ort für alle Schülerinnen und Schüler zu gestalten.


                                                                                                                                                                                                                                                          Christoph Holzner

 

 

 

(Foto: Bildungsexperten.net)